Ausbildungsseminar im Südwesten

Das Projekt “Positive Schule” bricht zu neuen Ufern auf. Am 18. Januar wurden in der Regionalgruppe neue Peers ausgebildet!

Jugend gegen AIDS JGA

Im beschaulichen Maxdorf („Ich dachte, Mannheim sieht anders aus“) besuchte Anna Konopka aus Berlin die Regios im Süd-Westen und füllte schulte sie 9 Stunden lang mit Moderation, etwas Pädagogik und dem gewissen Etwas, womit man Streberinnen und Störer in den Griff bekommt.

Um 9 Uhr ging es los, als Vorstand Daniel Nagel den Verein Jugend gegen AIDS gründlich vorstellte und die erste externe Referentin und Theater-Lehrerin Judith Gabriel eine Stunde später uns unserer Stimme bewusst machte und welchen Einfluss man unbewusst auf seine Körperhaltung hat. Es mag sich zwar manches am Anfang merkwürdig anfühlt haben, aber am Ende wurde allen klar, wie wichtig auch diese Fähigkeiten sind.

Anna zeigte den Teilnehmern, wie man richtig moderiert und auf welche Tricks und Kniffe es bei einer guten Präsentation ankommt. So wurde nach und nach nun der Regio alle Fähigkeiten beigebracht, die für einen erfolgreichen “Positive Schule”-Workshop nötig sind.

Als fachliche Referentin war Dr. Susanne Oberdorf eingeladen worden. Die Gynäkologin beantwortete alle Fragen, die schließlich auch in der die auch über HIV/AIDS hinausgingen. Aufklärung über Sexualkrankheiten sind schließlich allgemein ein wichtiger der Arbeit an Schulen.

Nach einem harten und langen Tag ging es für alle Teilnehmer zurück in ihre Regionen, den Kopf gefüllt mit positiver Energie zum Weitergeben. Zufrieden mit dem Tag und stolz auf die Aufgaben, die uns erwarten und gespannt auf die ersten Seminare, auf die ersten mutigen Fragen und auf die Jugendlichen, mit denen wir Zeit verbringen können. Die Gewissheit, diesen jungen Menschen etwas geben zu können, was sie sonst nur schwer und unzureichend bekommen, und die Zuversicht, eben jene wirklich voran bringen zu können und etwas in ihrem Leben zu ändern, das erfüllt.

Gerade in Zeiten, in denen in Baden-Württemberg viel über die “richtige” Art der Sexualaufklärung diskutiert wird, setzt Jugend gegen AIDS ein klares Zeichen, wie es funktionieren kann, nämlich angstfrei, authentisch und nah am Leben der Jugendlichen.

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Ängste und Vorurteile – eine Stellungnahme

In Baden-Württemberg erregt momentan eine Petition Aufsehen, die sich gegen “die Ideologie des Regenbogens” in der Schule richtet. JGA nimmt Stellung.

Jugend gegen AIDS JGA

Es wird momentan hinlänglich in regionalen und überregionalen Medien über die Petition gegen den “Bildungsplan 2015″ des Landes Baden-Württemberg berichtet. Der Plan sieht vor, dass erstmals ein größerer Fokus auf das Leben von Nicht-heterosexuellen gelegt werden soll. Das Ziel sei, von der Schulzeit an die Gesellschaft für sexuelle Vielfalt zu sensibilisieren.

Ausgerechnet ein Lehrer hat nun eine Petition aufgesetzt, die sich gegen diese Pläne des Landes stellt. Sie hat inzwischen über 97.000 Mitzeichner und spart an drastischen Formulierungen nicht. Unter anderem ist von einer “propagierenden neuen Sexualmoral” der LSBTTI-Community die Rede. Außerdem dürfe keinesfalls der Umstand entstehen, dass homosexuelle Sexualpraktiken “die neue Normalität” seien.

Jugend gegen AIDS meint dazu:

Dass diese Petition so viele Unterstützer bekommt, zeigt wieder einmal, wie nötig eine neue Art der Sexualaufklärung ist. 97.000 Mitzeichner finden, dass es fest zum Lebensstil von Homosexuellen gehört, anfälliger für Suizid, Drogen- und Alkoholsucht, sowie einer höheren HIV-Infektionsrate zu sein.

Diese Behauptung ist nicht nur falsch, sondern schürt genau die Vorurteile, gegen die Jugend gegen AIDS ankämpft. HIV ist kein Bestandteil homosexuellen Lebens, dies dieser Gruppe zuzuschreiben ist hochgradig diskriminierend und ignorant.

Man wird nicht homosexuell aufgrund von Aufklärung über dieses Phänomen, man merkt es für sich selbst. Und auch heterosexuelle Jugendliche sollten über sexuelle Vielfalt unterrichtet werden, damit man nicht nebeneinander, sondern miteinander lebt, ohne Vorurteile und Diskriminierung.

Der einzige Punkt, in dem die Petition nicht ganz falsch liegt, ist die oft mangelhafte Eignung von Lehrern zur sexuellen Aufklärung, gerade da die Lerninhalte oft ihren eigenen Moralvorstellungen entsprechen. Sexuelle Aufklärung in der Schule ist immer mit Tabus und Ängsten verbunden, darum können nur andere Jugendliche angemessen und authentisch auf Augenhöhe aufklären. Darum wird die Regionalgruppe Stuttgart auch zeitnah zu Peers ausgebildet, um vor Ort das Projekt “Positive Schule” voranzubringen.

Jugend gegen AIDS unterstützt außerdem die Gegenpetition, die hier zu finden ist.

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