“Die große Erregung”…

… und wie sie zu verstehen ist. Eine kurze Replik auf ZeitOnline vom 20.5.

Jugend gegen AIDS JGA Projekt Prositive Schule PPS

In dem online veröffentlichten Artikel beschreiben die Autorinnen Jeanette Otto und Johanna Schoener die Konflikte von Lehrern, Schülern und Eltern mit dem Fach Sexualkunde. Eine Generation, in der Tabus bezüglich Sexualität fallen und Pornografie omnipräsent ist, braucht Sexualkunde einen neuen Ansatz.

Die Autorinnen beschreiben sehr lebhaft, wie unangenehm den Lehrkräften dieser wichtige Themenkomplex ist, worunter letztendlich auch die Lehre leidet. Die Erkenntnis, dass Gespräche über Sexualität offener von externen Referenten thematisiert werden kann, dringt sich inzwischen auf.

Im Rahmen des Projektes „Positive Schule“ zeigt die Erfahrung von Jugend gegen AIDS, dass das Vertrauen, das unseren Peers entgegengebracht wird, vor allem auf Verständnis beruht. Durch ähnliche Lebensrealitäten und Wissen über die Neugier und die Ängste der Schüler, leistet JGA Aufklärung auf Augenhöhe.

Sexualisiert oder gar „übersexualisiert“ werden die Jugendlichen nicht in der Schule. Das passiert über Internet, Pornografie und Popkultur. Wir haben aber die Chance, ein gesundes sexuelles Selbstbewusstsein zu fördern, wozu auch gehört, Vielfalt zu akzeptieren.

Share this stuff!

Peer- Seminar in der Hauptstadt

Am Muttertag, dem Sonntag, den 11. Mai, fand in Berlin – zum dritten Mal inzwischen – die Peer-Ausbildung statt und es war wieder großartig.

Jugend gegen AIDS JGA

Am Muttertag, dem Sonntag, den 11. Mai, fand in Berlin – zum dritten Mal inzwischen – die Peer-Ausbildung statt und es war wieder großartig. Im Jugendhaus Königsstadt trafen sich um 9:00 Uhr, erstaunlich motiviert für diese Uhrzeit, neue und alte Gesichter aus der Berliner Regio um sich aus- oder weiterbilden zu lassen. Diversity, Rhetorik, Konfliktmanagement, Geschlechtskrankheiten und vieles mehr standen auf der Tagesordnung. Anna Konopka, die ja nicht nur Referentin und Ausbilderin für das Projekt Positive Schule ist, sondern zu unserem Glück auch Regionalgruppensprecherin hier in Berlin, hat es wieder geschafft, uns in ihren Bann zu ziehen und uns in nur einem Tag eine unglaubliche Menge an Wissen zu vermitteln.

Neben viel medizinischem Wissen, Rhetorik Skills und dem Umgang mit Klebepunkten, haben wir aber besonders eins gelernt: ein Bewusstsein zu entwickeln für das, was uns heute noch davon abhält, eine tolerante und aufgeklärte Gesellschaft zu sein.

Gleich als Einstieg haben wir unsere Vorstellungen von einer offenen und aufgeklärten Gesellschaft besprochen, über unsere Ziele und Utopien. Über das, was wir mit unserer Arbeit erreichen wollen.

Um ganz praktisch anzufangen, haben wir zum Beispiel viel über die Verwurzelung des Wortes „schwul“ im Wortschatz der Jugendlichen gesprochen und über die Art und Weise, wie unsere JGA-Mitglieder versuchen, den alltäglichen Missbrauch des Wortes, angefangen im eigenen Freundeskreise, zu verhindern. Denn durch genau dieses Phänomen sind Worte wie „schwul“ oder „behindert“ im Mainstream so negativ konnotiert, dass das auch Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung dieser Gruppen hat.

Ein weiteres Thema, das uns dabei sehr beschäftigt hat, war der Balanceakt zwischen dem natürlichen Umgang mit unterschiedlichen Sexualitäten, also das explizite Nicht-Hervorheben und dem offenen Thematisieren dieser. Denn eigentlich spielt es letztendlich keine Rolle mehr, ob jemand hetero oder homo ist; Bedarf es wirklich noch einer bewussten Stellungnahme wie einem Outing? Gäben wir uns der Illusion hin, würden wir davon ausgehen, dass alle in dieser Gesellschaft mit Sexualität so umgehen würden wie wir als JGA-Mitglieder. Müsste man dann noch solche Aussagen treffen wie „Ja, ich bin schwul – auch wenn ich kein rosafarbenes Hemd trage.“? Nein. Allerdings muss man nur einen Blick in die Schulbücher werfen, um festzustellen, dass wir in einer heteronormativen Gesellschaft leben, in der man noch immer von einem determinierten Familienbild ausgeht. Die Art, wie Homosexuelle in den Medien repräsentiert werden, zeigt doch, dass die Gesellschaft sich leider noch nicht genug daran gewöhnt hat, dass das Pärchen, das auf der Parkdecke rumknutscht, nicht immer aus einem Jungen und einem Mädchen bestehen muss. Vielleicht kann unsere Gesellschaft auch erst komplett offen und tolerant werden, wenn auch Homosexuelle sich nicht mehr verstecken müssen, sondern ihre Liebe genauso öffentlich zeigen können wie heterosexuelle Paare.

Durch angeregte Diskussionen kam es schließlich zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Themen in ihrer Gänze, sodass wir, als Peers, nun auch die Fähigkeiten haben, uns zu positionieren und Dinge zu reflektieren, die uns schon oft durch den Kopf gegangen sind.

Nach einem sehr intensiven, unglaublich interessantem und arbeitsreichen Tag und selbstverständlich der unentbehrlichen Feedbackrunde konnten wir dann erschöpft, aber zufrieden, Richtung nach Hause laufen und vielleicht auf dem Weg noch einen extra großen Blumenstrauß für Mama kaufen.

Es war ein Tag, der uns nicht nur perfekt auf die Aufklärungsarbeit im Rahmen des „Projekts Positive Schule“ vorbereitet hat, sondern uns auch persönlich auf unserem Weg bereichert hat.

 

Coco Aglibut

Share this stuff!

JGA kämpft gegen Hass und Vorurteile

Am Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie setzt JGA bundesweit ein Zeichen gegen Vorurteile Diskriminierung gegenüber Homosexuellen.

Jugend gegen AIDS JGA

Unter dem Motto  “Mein Herz schlägt für alle!”  fordert JGA am Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie zu einem offenen und toleranterem Umgang miteinander auf.
Mit einer bundesweiten Aktion “Mein Herz schlägt für alle” fordern wir auf, sich über Vorurteile hinwegzusetzen und gemeinsam gegen diese anzugehen.
Wir fordern: Nur durch Aufklärung, kann ein gegenseitiges Verständnis und Akzeptanz Untereinander gefördert werden. Daher ist es unabdingbar, dass wir jeden Tag offen und auf Augenhöhe Aufklärungsarbeit leisten.
Es darf kein Unterschied gemacht werden, zwischen Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen. Eine so bunte Gesellschaft wie unsere kann nur wirklich offen und toleranter werden, wenn sie bei der Ehe jedem Menschen eine völlige Gleichberechtigung einräumt.
Unter der Schirmherrschaft der Oberbürgermeisterin Charlotte Britz sind wir zudem mit einer bunten Aktion in Saarbrücken präsent. Den Tag starten wir um 14.00 Uhr gemeinsam mit der GLSV Saar im Ministerium für Bildung und Kultur mit einer Informationsveranstaltung rund um den Verein JGA Jugend gegen AIDS e.V. und seine Aufklärungsarbeit. Weiter geht es schließlich ab 16 Uhr mit einem Aktionsstand in der Bahnhofstraße  auf Höhe der Thalia Buchhandlung.

Durch gemeinschaftliche Aktion und einen lockeren Umgang mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen schafft JGA eine offene Atmosphäre, in der Homophobie durch Wissensvermittlung im Keim erstickt wird.
Den Abschluss des Tages begehen wir mit einer Party im N8Werk Saarbrücken geladen.
Anlässlich der Aktion freut sich die Oberbürgermeisterin: „Jugend gegen AIDS zeigt, wie ein Zusammenleben in unserer Gesellschaft sein soll – ich bewundere dieses ehrenamtliche Engagement der jungen Menschen, die es nicht akzeptieren wollen, dass Menschen heute für Ihre sexuelle Orientierung ausgegrenzt und angegriffen werden. JGA ist das Vorbild einer ganzen Generation. Ich bin gerne Schirmherrin dieser Kampagne und ich bin mir sicher, dass diese Aktion auch über die Grenzen der Stadt hinaus für eine vielfältige Gesellschaft wirkt. In Saarbrücken ist jeder Willkommen – genau so, wie er ist.”
Mit Aufklärung auf Augenhöhe steht JGA jeden Tag für eine Gesellschaft ein, in der Unterschiede als Chance gesehen werden und unterschiedliche Lebensphilosophien gleichermaßen akzeptiert werden. Wir fordern täglich und nicht zuletzt auch am Internationalen Tag zum offenen und gleichberechtigten Miteinander auf. Dazu gehört auch die Berechtigung Homosexueller, den Bund der Ehe einzugehen.
Share this stuff!

Peers im Westen! Viva Colonia!

Am 4.5. fanden zahlreiche Mitglieder unserer Regio Köln/Bonn in Köln ein, um sich dort für das bundesweite Projekt „Positive Schule“ ausbilden zu lassen

Jugend gegen AIDS JGA

In lockerer Stimmung erzählte dann jeder von seiner eigenen Aufklärung. Vom Einführungskurs im Tampon-Einführen über diverse Comic-Filme bis zum Horrorbesuch im Geburtshaus war alles dabei. Danach ging es darum, wie wir uns vor einer Klasse präsentieren, wie wir sprechen, uns bewegen und wie wir dabei wirken, was auch eine Begegnung mit sich selbst war.

„Barbara saß nah am Abhang“ war der Ohrwurm des Tages. Mit diesem Satz lernten wir, laut und deutlich zu sprechen. Uns gegenseitig übertönen zu müssen hat für viel Spaß gesorgt und auch viele weitere Übungen halfen uns dabei, uns unserer selbst bewusst zu werden.

Nach einem leckeren Mittagessen im Burgerladen mitten in Köln, vielen netten Gesprächen und schönstem Wetter, ging es dann inhaltlich weiter. Interaktiv erarbeiteten wir uns alle Fakten zu Tripper, Chlamydien, Syphilis, HPV und HIV/AIDS. Wichtig war hierbei, wie wir diese in den Klassen behandeln.

Ebenfalls Teil der Ausbildung war eine Diskussion über Geschlechtsidentität, bei der wir uns die Unterschiede zwischen Transsexualität, Intersexualität u.v.m. erarbeiteten. Klassische Rollenbilder, die Mann und Frau in unserer Gesellschaft angeblich erfüllen, waren außerdem Thema. Gerade diese beiden Bereiche haben eine tolle Gesprächsrunde ergeben.

Bei Kaffee, Tee und Kuchen wurde dann noch der klassische Ablauf eines Workshops in der Schule durchgegangen und anschließend Konfliktmanagement/Konfliktprävention besprochen. Hier war es besonders wichtig, wie wir auf die Schüler reagieren, uns durchsetzen und mit Konfliktsituationen umgehen.

Alles in allem hatten wir einen wundervollen, intensiven Tag. Wir haben viel gelernt und fühlen uns nun bestens auf die Aufklärungs-Workshops und die Klassen vorbereitet. Die Regio Köln/Bonn hat nun auch tolle, motivierte Peers, die in den Schulen der Region die sexuelle Aufklärung übernehmen und so die Schaffung einer toleranten und aufgeklärten Gesellschaft vorantreiben.

Share this stuff!

Neue Peers in Flensburg!

Weiter werden in ganz Deutschland fleißig neue Peers für “Positive Schule” ausgebildet. Dieses Mal: Flensburg, unsere Nordlichter

Jugend gegen AIDS JGA

Schon vor dem PPS-Seminar haben wir den Schulen in Flensburg mal auf den Zahn gefühlt und positives Feedback bekommen. Da in der stadtweiten Schülerzeitung ein Artikel über Sexting für Aufruhr gesorgt hat, ist in den Flensburger Schulen die Rolle der Aufklärer gefragter denn je.

Am 27.4. konnten wir uns dann endlich zu Peers ausbilden lassen. Knapp 10 Stunden hieß es Anna zu lauschen, was uns auch ziemlich leicht fiel, aufgrund ihrer sympathischen und lustigen Art.

Zwischen Rhetorik, Moderationstipps und einem Geschlechtskrankheiten-Quiz, gab es auch ein leckeres Mittagessen, bei dem wir uns von Marvins breitgefächertem Liederspektrum überzeugen konnten.

Wir können die Ausbildung nur empfehlen! Das Wissen und der Spaß sind die 10 Stunden Ausbildung auf jeden Fall wert! Wir in Flensburg sind perfekt vorbereitet und brennen darauf noch vor den Sommerferien die ersten positiven Schulen in Flensburg zu zertifizieren.

Share this stuff!