Diskussionsrunde “Gleich = Gut?” – Sachsen-Anhalts Ministerpräsidentin erklärt: „Ich bin eine Quotenfrau!“

Im Rahmen der alljährlichen Aktionswoche von Jugend gegen AIDS traf man sich mit Prof. Dr. Angela Kolb zur offenen Diskussion um Gleichstellung und bekam politische sowie private Meinungen der Ministerin zu hören.

Magdeburg. Die Regionalgruppe aus Magdeburg traf am 06.12.2014 auf die Justiz- und Gleichstellungsministein Sachsen-Anhalts Prof. Dr. Angela Kolb. Die 51-Jährige ist seit 2006 Ministerin für Justiz. 2011 übernahm die ehemalige Hochschullehrerin das Amt für Gleichstellung. Einer der ausschlaggebenden Gründe dafür war, dass sie die einzige verbliebende Frau im Landtag Sachsen-Anhalts war.

Die familiäre Diskussionsrunde moderierte Marcel Reiter, Regionalgruppensprecher in Magdeburg. Unterstützt wurde er von Anna Konopka, Head of Education, und Marlon Jost, Mitglied des Vorstands. In einer überschaubaren Runde sprach Angela Kolb offen über ihre Vorhaben und auch ihre persönliche Meinung kam nicht zu kurz. „Ich bin eine Quotenfrau“, konkretisiert die Ministerin, um die Wichtigkeit und Rolle der Frauenquote verständlich zu machen.

Frauen brauchen Rückendeckung für Erfolg
Zudem wurde bereits ein erstes System von Kolb eingeführt, das sogenannte Monitoring. Die 51-Jährige erklärt: „Am Jahresende müssen alle Ressource melden, wie viele von den freien und wieder besetzten Stellen mit Frauen besetzt worden sind und das wird auch veröffentlicht.“ Zudem verdeutlicht die Justiz- und Gleichstellungsministerin noch ihr Vorhaben: „Unser Landesprogramm enthält 200 einzelne Maßnahmen in allen Bereichen, angefangen von Bildung über Wirtschaft zu sozialer Teilhabe.“

„Als ich so jung war wie sie, habe ich auch gedacht, ich schaff’ das alleine. Aber ich habe wirklich an so vielen Stellen relativ schnell in meiner beruflichen Karriere festgestellt, dass man es als Frau tatsächlich schwerer hat. Deshalb müssen diese Nachteile eben durch die Quote beseitigt werden“, begründet die Ministerin die Forderung nach einer Frauenquote. Als Beispiel nannte Kolb die Zusammensetzung ihrer Arbeitsgruppen für das kommende Wahlprogramm. Im Bereich Sport – „einem von Männer dominierten Bereich“ – saßen auch nur Männer am Tisch.

Rollendenken beginnt bereits im Kindergarten

„Wir müssen quasi schon bei der Berufsorientierung anfangen“, versucht Angela Kolb erste Ansätze zum Umdenken zu erklären: „Wir haben in den letzten Jahren ganz viel gemacht, um eben diesen Genderaspekt damit zu berücksichtigen. Da sind, glaube ich, die Dinge in den Köpfen schon so festgezurrt, dass eben bestimmte Rollenvorstellungen da sind und eben die anderen Dinge gar nicht mehr in Erwägung zieht. Denn das, was typisch weiblich oder typisch männlich ist, wird letztendlich schon im Kindergarten entschieden.“

Anna Konopka gibt im Zusammenhang zum Thema „Defintion durch Unterschiede“ zu bedenken, dass unsere Kommunikation einfach nicht jeden ansprechen kann, dass es JGA aber dennoch wichtig ist, die Kampagnen breit zu streuen ohne jemanden verletzten zu wollen. „Man kann es nie allen Recht machen. Man hat immer positive und negative Reaktionen. Aber ich denke immer, wenn man überhaupt eine Reaktion bekommt, ist das schon gut“, unterstützt die Ministerin auch kontroverse, spezifische Slogans.

Zudem betont Prof. Dr. Angela Kolb zum Ende der Diskussionsrunde, dass sie es sehr schätzt, dass wir Jugendlichen unsere Freizeit nutzen, um uns mit den Themen AIDS und Aufklärung auseinanderzusetzen und uns freiwillig in Schulen engagieren.

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